Access to Excess

Grafik © Julia Wagner

Marie Jaksch 
Marie Jakschs performative und installative Arbeiten setzten sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinander. Sie reichen von raumübergreifenden Installationen mit performativen Soundelementen und Videoskulpturen bis hin zu immersiven Live-Momenten. Die performativen Strategien stehen dabei zumeist im Kontext einer installativen Gesamtkomposition. Die Künstlerin bewegt sich damit an der Grenze von bildnerischen Räumen und Details, zwischen Sound und Sprache, Bewegbild und Live-Beobachtungen. Von 2017-2021, studierte sie an der Akademie der bildenden Künste München digitale und zeitbasierte Medien in der der Klasse von Professor Julian Rosefeldt und in der Gastklasse bei Philip Gröning. Meisterschülerin von Julian Rosefeldt. Von 2013-2016 studierte die an der Universität der bildenden Künste Berlin (Udk) bei Prof.Florence von Gerkan Kostümbild. Diplomkostümbildnerin mit Auszeichnung. Marie Jaksch stelle u.a in den Kunstarkaden und Arthotek München, Kunstverein Leipzig, atelier automatque Bochum aus. 2020 war sie Stipendiatin des Europäischen Kunststipendiums des Bezirks Oberbayern vom Europäisches Künstlerhaus Oberbayern in Kooperation mit dem Atelierhaus Salzamt Linz. 2021 erhielt sie  die Theaterdebüt Förderung mit ihren Künstler/innen Kollektiv „service not included“(ehemals. studio sherut)  der Stadt München. Auch als Bühnen- und Kostümbildnerin war sie für zahlreiche Kunstfilm- und Theaterproduktionen verantwortlich u.a. Kampnagel Hamburg, arte, Volkstheater, Schauburg, schwere Reiter, Pathos München 


Charlotte Oeken
Sie versteht ihre künstlerischen Praxis als eine Form des kritischen Nachdenken. Dabei finden sich als wiederkehrende inhaltliche Motive Fragen nach kollektiven Narrativen, die Dekonstruktion von Identitäten und vermeintlich identitätsstiftenden Ereignissen, öffentlicher Teilhabe und socio- politischen Strukturen in ihren Arbeiten, die sich durch die Fluidität zwischen Theater, immersive Performance und Video auszeichnen. Als ein „Relikt“ des klassischen Sprechtheaters spielt Sprache in ihren Arbeiten eine zentrale Rolle – besonders die Transformation von Sprache durch Übersetzung – in andere Worte, Sprachen, Bilder, Medien, genauso wie die Korrelationen und Beziehungen zwischen gesprochenen und geschriebenem Text. Nach einer Hospitanz in Basel unter Tomas Schweigen, ging sie von 2013 – 2015 als feste Regieassistentin an das Münchner Volkstheater. 2015 begann sie ihr Studium der Theaterregie an der Zürcher Hochschule der Künste. Dort war sie u.a. Stipendiatin des transkulturellen Programms „Building Bridges“. Seit 2017 ist sie Gründungsmitglied der Kollektivs „service not included“ (ehemals Studio Sherut). Von 2017 – 2019 studierte sie im transdisziplinären Programm der School of Visual Theatre in Jerusalem. Ihre eigenen Arbeiten zeigte sie u.a. am Theater Neumarkt Zürich, Theaterspektakel Zürich, Münchner Volkstheater, Kulturchöubi18 Willisau, Blickfelder Festival Zürich, HaHanut 31 Tel Aviv. 2018 gründete sie gemeinsam mit Antje Cordes die experimentelle Musikplattform MuscleCat Records. Momentan lebt und arbeitet sie zwischen Leipzig, Jerusalem und München. 


Joscha Faralisch
Joscha Faralisch, lebt und arbeitet als Lektor, Redakteur und Übersetzer in München. Nach Stationen in Lektoraten der Verlage Heyne, Piper und National Geographic ist er seit 2019 selbstständig für verschiedene Verlage und Medienhäuser tätig. Im selben Jahr übernahm er zudem die Redaktionsleitung des Onlinekalenders Eintritt.Frei, einem Projekt des KulturRaum München. Außerdem ist er als freier Autor für das Münchner Stadtmagazin MUCBOOK aktiv. Neben seiner beruflichen Tätigkeit promoviert er seit 2017 in Neuerer Deutscher Literatur an der LMU München. Seit den Anfängen von „service not included“ ist er wichtiger Bestandteil der Konzeption und dramaturgischen Beratung. 


service not included ist ein Performance – Kollektiv bestehend aus Theater- und Kunstschaffenden unterschiedlichster Expertise. Es schafft partizipative Arbeiten, die sich auf immersive Weise mit Fragen nach öffentlicher Teilhabe, kollektiver Narrative und anderen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzen. 

In unseren Arbeiten wollen wir performative Strategien (öffentlicher) Räume nutzen wie beispielsweise Restaurants oder Clubs und untersuchen sie auf ihre sozio-politischen Aspekte und Wirkmechanismen. Durch die Aneignung dieser Räume wollen wir in sich geschlossene und zeitlich begrenzte Orte kreieren, in denen die Zuschauer*innen sich selbst verhalten, diskutieren, und das Geschehen mitgestalten können, sollen und müssen. So wird eine einzigartige Narration geschaffen und ein Event der Nicht-Reproduzierbarkeit und Einmaligkeit kreiert. 

Wir sehen uns als Vermittler*innen, die sich in den Dienst der jeweiligen Thematik stellen, aber nicht die Hoheitsmacht über ein bestimmtes Narrativ beanspruchen. Vielmehr verstehen wir Narrative als etwas fluides und wollen einer Vielzahl unterschiedlicher Stimmen Hör- und Sichtbarkeit geben. Durch die unterbewusste Partizipation werden Utopien geschaffen, die – wenn auch immer zeitlich begrenzt – alternative und ungewohnte Wirklichkeiten konstituiert.