Digitale Bühne | Experimentalreihe: die Tod und das Maedchen

Von Januar bis Juli 2022 lanciert die neue Digitale Bühne des PATHOS jeden Monat einwöchige Kurzresidenzen mit anschließendem digitalem Arbeitseinblick. Die Experimentalreihe richtet sich an Künstlerinnen* unter 25 Jahren aus Bereichen wie Malerei, Film, Musik, Tanz, Gaming oder Text. Wie kann die jeweilige Kunstform am besten in den digitalen Raum transferiert werden? Mittels Open Call können sich Interessentinnen* bewerben, um die eigene künstlerische Praxis im Cyberspace zu erforschen. Mit gezielten Inputs sollen kunstformspezifische Werkzeuge für den immer wichtiger werdenden Online-Kulturraum erarbeitet werden.

Die sieben Monate stehen unter dem Titel «Die Tod und das Mädchen». Ist «der Tod» die finale Überspitzung des alten weißen Mannes? Fest steht: «Der Tod» ist per Definition die älteste und weißeste denkbare Figur in der Kulturgeschichte. Was passiert, wenn diese Figur unter der «Me too» Debatte betrachtet wird? Die sieben kulturschaffenden Frauen* werden eingeladen, sich in der digitalen Experimenalreihe thematisch mit der Dekonstruktion der mythischen Figur des Todes zu befassen.

Die einzelnen Künstlerinnen* werden im Vorfeld des Arbeitseinblicks mit zwei Videos vorgestellt.


SO 15. Mai, 19 Uhr | ONLINE
Die Tod und das Mädchen #5 – Textilkunst, Projektion

Digitales Residenzshowing


IBKADK

Mit „Instagram besser kuratiert als der Kleiderschrank“ versucht Ananda Nefzger, die Selbstdarstellung auf Instagram zu begreifen und ein Stück weit zu dekonstruieren.

Während drei Tagen übernimmt die Künstlerin den Instagram Account des PATHOS Theaters und präsentiert ihre Ergebnisse des Forschungsprozesses.

Am Sonntag, 15. Mai, 19 Uhr folgt ein Gespräch über das Projekt via Zoom.


FR 29. April, 20 Uhr | PATHOS
Die Tod und das Mädchen #4 – Gaming

Die Residenz im April findet im Rahmen des GamesFestival22: Respawn statt. Die digitale Premiere sowie der anschließende Artist Talk können LIVE im PATHOS oder online per Stream besucht werden.

Nicole Collignon & Luka*s Friedland erproben mit ich sage flüssig (1 zerstörter joy park) ein theatrales digitales Spiel, welches sich mit der
Ästhetisierung sogenannt „weiblich“ gelesener Körper im Schmerz auseinandersetzt. Es geht u.a. um Evelyn McHale, trans* Sein, Krieg, KI, mediale Oberflächen, Werbeflächen, Vater-Tochter- und Mutter-Kind-Beziehungen sowie Übergriffe

.

Ihr wollt mehr über die Künstler*innen erfahren? Dann lernt sie in einem Befragungsvideo und einem Interview kennen.


Die Tod und das Mädchen #3 – Text

Die Theatermacherin Thalia Schoeller beschäftigt sich während ihrer einwöchigen Residenz mit Textmessaging und kollaborativen Arbeitsformen.

Sprache kann etwas sein, dem man nicht entkommt. Im digitalen Raum ist die Omnipräsenz von Kommunikation durch Sprache über blinkende Messangerdienstnotifications und ständig vibrierende Handys visuell und auditiv illustriert. Wir laden euch in einen privaten Polizeichatroom ein. Wir laden euch ein in Räume voll Vulgarität und abstoßender, gewaltvoller Sprache, der man sich nicht entziehen kann. Auch anwesend: Arbeitsalltag, Beiläufigkeit, Routine.


Gruppe: SA 12. März |12 Uhr
Ort: Telegram

Showing: SO 13. März | 19 Uhr
Ort: Online via Zoom


Ihr wollt mehr über die Künstlerin erfahren? Dann lernt sie in einem Befragungsvideo und einem Interview kennen.


Die Tod und das Mädchen #2 – Malerei, Film und Text

Aleksandra Jovic setzt sich während ihrer Residency mit Malerei, Film und Text im Cyberspace auseinander.


Der Tod ist tot. Der ist nun die. Die Tod ist nun da. Manchmal nah, manchmal fern. Gern, die Tod, geschehen.

Der Tod ist eine Frau. Das Leben ist eine Frau. Und alles andere dazwischen erst recht. Was genau die hier produzierte Kunst bedeutet, weiß niemand so richtig. Aber ist es nicht auch das Schönste an der Kunst, durch eigenerfundene Bedeutungen mehr über sich selbst zu lernen? Immer wiederkehrende Themen und Konzepte in der dieser Videomontage sind: Die Auseinandersetzung mit der Monatsblutung sowie Periodenprodukte, Vergänglichkeit des Lebens, die Ästhetik des Blutes und des weiblichen Todes. 

Warum ist die Menstruation immer noch so ein Tabuthema? Wir haben uns keine Mühe gemacht, das explizit herauszufinden; es ist sinnbefreit und es soll aufhören. Was wir jedoch gemacht haben ist: Wände rot ansprühen, Tamponskulpturen herstellen, Gedichte von alten weißen Männern neu inszenieren. Ehrliche Emotion und freier Ausdruck waren die Leitthemen dieser Residenz. Mithilfe von Animation und Videoschnitt soll das Ganze ins Digitale transportiert werden.


Ihr wollt mehr über die Künstlerin erfahren? Dann lernt sie in einem Befragungsvideo und einem Interview kennen.


Die Tod und das Mädchen #1 – Tanz + Musik

Sophia Stiehler und Alexandra Paal | Residenz Januar 2022

In ihrer Residenz entwickelten die Musikerin Sophia Stiehler und die Tänzerin Alexandra Paal zwei digitale Räume in welchem sich das Publikum eigenständig durch verschiedene Blickwinkel der performative Recherche klicken kann; ein Experiment, um herauszufinden wie unterschiedlich man auf das gleiche blicken kann.


Lernt die Artists kennen!
In zwei Interviews stellen sich Sophia Stiehler und Alexandra Paal vor:

Statement der Künstlerinnen:

«Unsere einwöchige Recherche im PATHOS hat viele Fragen für uns eröffnet: Was kann Kunst im digitalen Raum? Was verändert der weibliche Artikel vor dem „Tod“? Und ändert er überhaupt etwas?

Wir haben gemalt, getanzt, geredet, geschrieben, musiziert, improvisiert. Der Tod – ein Wort das nicht greifbar ist und doch so viel Bedeutung trägt. Was macht etwas überhaupt greifbar? Jede Person hat einen anderen Blickwinkel auf das was sie sieht, fühlt und was geschieht. Die unterschiedlichsten Perspektiven eines jeden Menschen sind für uns zum Hauptthema geworden.

Welchen Winkel einer Performance wolltest du schon immer mal sehen? Näher an den Darsteller*innen? Ein Standbild um genauer sehen zu können? In unserem digitalen Raum siehst du verschiedene Perspektiven auf das was geschieht, welcher Moment ist für dich wichtig entscheidest du. Wir entwickelten einen Raum mit einer Ansammlung von Blickwinkeln um den eigenen zu suchen.

Unser Bühnenbild besteht aus einer Plexiglasscheibe, die mit einer blauen Schutzfolie überzogen ist. Sie teilt den Raum in zwei Bereiche, welches für uns die Dualität und Zweiteilung des Titels „Die/der Tod und das Mädchen“ veranschaulicht. Die Folie haben wir im Laufe unserer Woche allmählich entfernt um uns zugleich klarer zu sehen und dennoch unsere verschiedenen Perspektiven wahrnehmen zu können.

Mit der digitalen Bühne versuchen wir nicht das reale Theater- und Konzerterlebnisse zu ersetzen, sondern die neuen Möglichkeiten im digitalen Raum zu erproben. In einer live Performance können wir unseren Blickwinkel meist nicht frei wählen, hier erproben wir diese Möglichkeit.»