Die Bergsteiger
Ein Stück von Stefan Kastner. Uraufführung!
Lisa wohnt am Fuße des Olympiabergs. Sie verlässt nie das Haus, denn sie leidet unter diversen Phobien, von einer Gegenwartsphobie im Allgemeinen bis hin zur Frischhaltefolienphobie im Besonderen.
Am liebsten beschäftigt sie sich mit den Gebrüdern Asam, Egit und Quirin, deren Werk sie als unbedrohlich empfindet. Ihr größter Wunsch ist es, einmal den Freisinger Dom, den die Künstler ausgestattet haben, wenigstens von außen zu sehen.
Dafür scheint ihr einzig der Olympiaberg geeignet, da er in nächster Nähe ist. Da sie sich dieses Unternehmen keinesfalls alleine zutraut, fragt sie ihren Nachbarn Hans, ob er sie nicht begleiten wolle. Doch Hans hat es ebenfalls nicht leicht, denn er ist beim Gehen beeinträchtigt durch eine 2x1m große, an seinem Fuß befestigte Küchenzeile. Von der kann er sich nicht trennen, von der kommt er nicht los. Lisa bringt den nahezu bewegungsunfähigen Hans dazu, trotz seiner Behinderung die Besteigung zu wagen.
Außerdem hofft sie, die von ihr seit geraumer Zeit beobachtete Hochsprung-Olympiasiegerin von 1972, Ulrike M., die auf dem Gelände noch immer ihre Fitness-Runden läuft, auf halber Höhe abpassen zu können, um ihren Rat zu bekommen.
Auch bleibt es nicht aus, dass Spaziergänger ihren Weg nach oben kreuzen, zum Beispiel ein älteres Schauspielerehepaar, das flanierend einen Joseph-Roth-Abend bespricht.
Lisas Entschluss steht fest. Heute muss die Besteigung geschehen, heute muss das Unmögliche passieren. Das Hinüberschauen nach Freising. Was das erlebte mit den beiden macht, wird man sehen.
Darsteller:
Judith Huber Lisa
Philipp Brammer Hans
Michaela May Eine Schauspielerin
Gabriel Raab Ihr Mann
Katja Hensel Olympiasiegerin
Stefanie von Poser Eine Reiseleiterin
Autor / Regie: Stefan Kastner
Bühne: Udo Vollmer
Licht: Igor Belaga
Pressearbeit: Kathrin Schäfer
Bühnenbau: Max Förster
Regieassistenz: Marlene Kühn

