Google my Goggles
Im Rahmen von RODEO MÜNCHEN!
Zwei Frauen treffen sich in einem Ruhe-Resort. Sie haben viel bezahlt, haben ihr Blackberry wegsperren lassen, und stellen fest: die ist gar nicht so einfach zu finden, die Ruhe, wenn draußen in der Welt so viel passiert, was man verpassen könnte.
„Wer mehr erlebt, hat mehr zu sagen.“ Aber was ist, wenn wir eine zeitlang nichts Nennenswertes erleben – macht uns das zu weniger interessanten Menschen? Oder ist überhaupt alles nennenswert und man selbst ist seltsam, wenn man sein Leben nicht ausreichend im Netz präsentiert? Wenn der eigene Name nirgends bei google auftaucht, ist man dann überhaupt noch existent? Oder ist die tägliche Statusmeldung einfach nur eine Fortsetzung des smalltalks, und Profile geben einem vielmehr einen kreativen Freiraum, seine Identität neu und anders zu gestalten?
Was passiert also mit uns, wenn wir uns in einem Mechanismus der Selbstbeschreibung und -veröffentlichung bewegen: „Erkenne dich selbst“ wird „google yourself“? Ich habe einen Status, also bin ich? Und schreiben wir überhaupt noch für die anderen, oder nur noch v.a. für uns selbst?
Die Welt ist ein Netz und der darin gefangene Mensch dem unbändigen Furor der Meinungsäußerung, Meinungsbildung, Meinungsmache, Präsentation und Öffentlichkeitsverpflichtung ausgesetzt.
Mit: Angelika Fink und Anastasia Papadopoulou. Idee/Konzept/Regie: Antje Schupp
Konzept/Dramaturgie: Julia Reichert, Anna Wieczorek. Ausstattung: Dorothee von Rosenberg Lipinsky. Licht: Rupert Bürger.



