Suche

Pathos 49 Revolution
Eine Langzeitperformance

Das Gespenst der totalen Durchökonomisierung geht um. Was bleibt von der Freiheit übrig, wenn man sie dem Markt überlässt?

 

Die ersten Neoliberalen, der Ökonom Bernard Lavergne sowie der Journalist und Medienkritiker Walter Lippmann, stellten sich den Staat schlank, aber stark vor, um nicht zur Beute der Interessengruppen zu werden. Das Sozialsystem entwickelte sich aber hin zu Steuerbegünstigungen für Reiche, zu Sozialabbau für Arme und zu Privatisierungen, die das Anwachsen von Ungleichheit und die Auflösung des sozialen Zusammenhalts bewirkten. Aus den Strategien, die der Wiederbelebung einer liberalen Weltordnung dienen sollten, entwickelte sich eine neue Form der Sklaverei. Die extreme soziale Ungleichheit auf der Welt ist Nährboden für Armut, Flucht und Krieg.

 

Hauptsache der Wohlstand bleibt?

 

Die Angst vor der Hegemonie der Ökonomie zieht schon lange um die Häuser und die Formen kapitalistischer Profitsteigerungssysteme nagen auch an der Kunst. Kunstmarkt, Kunst & Marketing, Kulturmanagement, Art-Investment Fonds, Art-Consulting, Art-Performance-Management. Dabei galt die Kunst einmal als eines der hervorragenden Mittel der Befreiung des Menschen. Sie spielte mit den schöpferischen Möglichkeiten des autonomen Subjekts, sie zeigte modellhaft, was Freiheit sein kann. Kunst war Ausdruck der Freiheit, selbst oder gerade dort, wo sie sich von dem Zwang befreite, etwas Bestimmtes ausdrücken zu müssen. Kunst war das Instrument der Freiheit, das sich individuelle Künstler*innen nahmen, um sie auf den Adressaten zu übertragen.

 

Während die Kunst immer mehr zur Kapitalanlage mutiert, verwandeln sich die Künstler*innen in die Kiez-Avantgarde der Immobilienhaie, und Museen werden zu Wahrzeichen der Städtekonkurrenz, um kulturelle Standortvorteile zu sichern. Dem Kunstmarkt geht es so gut wie noch nie. Der Kunst-Kultur geht es so schlecht wie noch nie zuvor. Den meisten Künstler*innen auch.

 

Die Kunst verliert ihren eigentlichen Adressaten, den nach Freiheit und Phantasie verlangenden Menschen. Sie verliert genau die Leute, die sie weder haben noch konsumieren, sondern verstehen und leben wollen.

Das alte PATHOS, mitten im urbanen Dschungel Münchens zwischen Dachauer, Loth- und Schwere-Reiter-Straße, ist eine vom Aussterben bedrohte Spezies kultureller Urviecher in München und älteste Initiative im Kreativquartier. Nachdem das PATHOS seit nunmehr zwei Jahren mit der bürokratischen Höchststrafe einer Besucherzahlbeschränkung auf 49 belegt ist, drehen wir den Spieß um und suchen 49 Menschen, die sich an einem Experiment beteiligen. Gesucht werden Menschen mit möglichst unterschiedlichen Begabungen, Menschen, die etwas erfinden möchten, Menschen, die etwas beschäftigt. Menschen, die etwas wollen, es aber aus irgendwelchen Gründen bislang nicht umgesetzt haben. Gefragt ist, wer etwas kann und etwas will. Oder vielleicht noch nicht kann, aber einen Versuch starten oder endlich einmal in Ruhe denken und handeln will. Gefragt ist, wer einen Raum braucht und eine Idee hat, für die es an der Zeit ist, endlich umgesetzt zu werden. Mit PATHOS 49 Revolution rufen wir zur aktiven Haltung und Teilnahme an einem Kunstprojekt auf.

 

Schon eine einzelne reflektierende Person, die sich fragt, wie ihr die Welt eigentlich erscheint, realisiert in sich eine Vielfalt. Die 49 steht symbolisch für ein möglichst überregionales Kollektiv, das sich nicht blind einordnet, sondern mit einer klaren und deutlichen Haltung einen kraftvollen künstlerischen Akt ausformuliert, in dem Denken und Kunst, Logik und Ausdruck, intellektuelle Konstruktion und Dekonstruktion, Sinn, Hintersinn und Zufall einen absolut freien Raum bekommen, der sich im Prozess formal als Sozialplastik aufbauen und abbilden wird, dem

 

PALAST DER NEUEN WELT

 

„Ich brauche Menschen, kommt es da unvermutet mit kehligem, tiefem und gut eingepegeltem Bass aus den Lautsprecherboxen. Menschen! Nicht Zielgruppen, Kulturbegeisterte, Kunstavisierte, Clubbesucher*innen, nicht Kreativexpert*innen und Bauunternehmer*innen, keine Findungskommissionen und Stadtratsabgeordnete, keine Theaterbesucher*innen und Avantgardeklugscheißer, keine Kritiker*innen und Kreativwirtschaftsbeiräte, sondern ganz einfach Menschen!“

 

Wenn auch Du Dich an der Palast-Gründung beteiligen möchtest, melde Dich unter info@pathos49.de

 


 

DON'T PANIC CLUB

Wir haben uns dazu entschieden, etwas gegen die allgemeine "Panikmache" zu unternehmen und laden Euch zum ersten DON` T PANIC CLUB ein. Ab 22:30 Uhr wird die Bar auch mit Musik gefüllt und ist für alle Unerschrockenen geöffnet.

TERMIN
Sa. 29.04.2017, 19:00 Uhr

VERANSTALTUNGSORT

PATHOS Theater

 

BLOG

Homepage von PATHOS 49 Revolution

 

EINTRITT FREI

 

IM ANSCHLUSS (AB 22:30UHR)

Don't Panic Club