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Fundamentalisten
von Schauplatz International

Es hätte eine Arbeit über die Freiheit in der Kunst, die Bewunderung, die man für die Kunst und ein ähnliches Gefühl, das man in den Bergen hat, werden sollen. Eine Arbeit über den Kampf, das Festhalten dieses Moments und seiner Überführung in eine Form. Doch dann strandete vor der Küste Englands ein Frachter, in Paris wurden Künstler*innen erschossen, später wurden dort am Rande eines Spiels nochmals Menschen erschossen, in der Provinz gingen Menschen in Regionalzügen mit Messern und Beilen auf andere Menschen los, Lastwagen fuhren auf Promenaden über Menschen. Man kann nicht einfach drauf schauen, es ist in jedem, die Bestie, das Unbekannte. Der Berg ist in uns allen. Schauplatz International unternahm eine Reise ins Dunkle. Eine Reise, die sie nach München führte, weiter in die Schweizer Alpen, in den Taunus, nach Holland, über Berlin nach Dänemark, nach Schonen. Dann noch weiter in den schwedischen Norden, nach Island, zurück nach Nordengland, nach Paris, Carcassonne, am Mont Blanc vorbei nach Lausanne, ins Südtirol und zurück wieder nach Hause. „The Universal Law of Obscurity“ könnte ein Buchtitel von John Ruskin sein, oder eine Songzeile, die im ewigen Schnee erklingt. Auf der Suche nach Erhabenheit und wahrer Schönheit. Ohne Ironie, ohne Zynismus, ohne Rücksicht auf sich selbst und andere.

 

Ausgehend von Werner Herzogs Film „Die große Ekstase des Bildschnitzers Walter Steiner“ und Beobachtungen zum 19. Jahrhundert, welches James Webb in seinem Buch als das Zeitalter des Okkultismus, als das Zeitalter der Flucht vor der Vernunft betitelte, ist FUNDAMENTALISTEN eine Arbeit über die fanatische Suche nach der Wahrheit im künstlerischen Ausdruck, nach der radikalen Redlichkeit in der Lüge.

 

FUNDAMENTALISTEN (2015) ist der mittlere Teil einer Trilogie, die mit IDEALISTEN (2014) begann und mit EGOISTEN (2016) ihr Ende fand.

 

 

PRESSESTIMMEN

 

"Ohne Schauplatz International wäre die freie Theaterszene um einige Spielarten ärmer. [...] Angesichts der in der freien Szene verbreiteten Angewohnheit, mit jedem zu kooperieren und dabei seine geistige Flexibilität unter Beweis zu stellen, hat sich Schauplatz International diesmal für den unpopulärsten und vielleicht gerade deshalb interessantesten Weg des Fundamentalismus entschieden: In ihrer Performance ziehen sie sich auf sich selbst zurück, fragen nach dem Wahren in der Kunst und dem Wert klarer Setzungen in einer Zeit, in der so etwas von Kunstschaffenden peinlichst vermieden wird."

Neue Luzerner Zeitung, 10. Dezember 2015, Julia Stephan

 

"Diese Jagd nach Sinn wird belohnt durch Sinnliches: elektronische Musik von Martin Lorenz, überwältigend wie ein Naturereignis."

Neue Zürcher Zeitung, 28. März 2015, Barbara Villiger Heilig

 

"Schauplatz International schafft wieder, was sie schon mit dem ersten Stück, Idealisten, ihrer geplanten Trilogie fertig brachten: Sie gehen einem Begriff und seiner Bedeutung derart auf den Leib, dass er schliesslich in ausgebreiteter Form inhaltlich und formal vor uns auf der Bühne präsentiert wird."

Der Bund Blog, 20. März 2015, Oliver Roth


"Schauplatz International ist eine Gruppe, die, wenn es um künstlerische Selbstreflexion geht, in Gebiete vordringt, die andere nicht ohne zusätzlichen Sauerstoff bewältigen würden. Dazu gehört auch, dass die Schauplatz-Leute um das Grossgestige wissen, das in einer solch radikalen Suche wie jener von 'Fundamentalisten' lauert. [...] Das ist Theater, das nachglüht, Theater kurz vor dem Absprung: das Risiko eines Absturzes klug einkalkuliert."

Der Bund, 16. März 2015, Regula Fuchs

BETEILIGTE

 

Idee, Realisation, Bühne, Text und Musik: Schauplatz International // Mit: Anna-Lisa Ellend, Albert Liebl, Aina und Aarno Liebl // Kontrabass, Musik: Kaspar von Grünigen // Komposition, Musik: Martin Lorenz // Simultanübersetzung Isländisch: Helga Brekkan // Arrangement Streicher: Lars Studer // Kostüme, Ausstattung: Diana Ammann  // Technische Leitung: Stephan Müller // Tontechnik: Demian Jakob

 

Eine Produktion von Schauplatz International, Schlachthaus Theater Bern, Theater Roxy Birsfelden, Südpol Luzern.

 

Gefördert durch Stadt Bern, Kanton Bern, Pro Helvetia, Migros Kulturprozent, Kanton Zug, Fachausschuss Tanz und Theater BS/BL, Ernst-Göhner-Stiftung, Burgergemeinde Bern.

VORSTELLUNGEN
Fr. 27.01.2017, 20:30 Uhr
Sa. 28.01.2017, 20:30 Uhr

ARTIST TALK

Sa. 28.01.2017, im Anschluss an die Vorstellung

 

SPIELORT

Schwere Reiter

 

WEITERE INFOS

Homepage von Schauplatz International

 

FOTOS

© A. Jaquemet