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NARCOPOLIS oder NO HOPE
nach Jeet Thayil – Projekt Nr. II von Fräulein Freundlich

NARCOPOLIS ist eine fiebrige Tour de Force durch das Bombay der Prostituierten, Dichter und Drogendealer. In einer lyrischen, leuchtenden Prosa erzählt Jeet Thayil von einer Stadt, die dabei ist, ihre Seele zu verkaufen. Thayil ist Dichter, Performance-Künstler, Songwriter und Musiker. Mit dem Roman NARCOPOLIS gelang ihm eine faszinierende Parabel auf das moderne Indien, die es auf die Shortlist des Booker Prize sowie des Man Asian Literary Prize schaffte und den DSC Prize for South Asian Literature gewann. Bei der weltweit ersten Theateradaption seines Werks im PATHOS München ist er zudem als Musiker und Performer beteiligt.

 

Bombay ist Pathos und Pathos ist Bombay. Bombay ist München. Eine Opiumhöhle. Der Raum lädt ein zu verweilen, sich gehen zu lassen, zu konsumieren – essen, trinken, zuschauen. Ein Raum des Geschichtenerzählens. Das Licht ist gedämpft. Ein übereinander von Figuren, Musiken, Objekten, Projektionen, Gerüchen, Nebel. Drei Performer und ein Puppenspieler aus Deutschland, eine finnische Tänzerin, zwei indische Musiker. Die Körper folgen den Figuren und Passagen, die sie am fesselndsten finden. Jeder der Beteiligten arbeitet mit seinem speziellen Erzählwerkzeug und stellt Lieblingsfiguren des Romans dar, verbindet sie mit der persönlichen Erfahrungswelt und Biografie. Bettler, Nutten, Ehe- und Ehrenmänner, Massenmörder, Frauen, der Junge, der Opiumhöhlenbesitzer, Hindus, Moslems, Katholiken, Rotchinesen, Dimple, die Hirja, das Heroin, das kommt und alles kaputt macht – oder doch nicht.

 

Die Zuschauer*innen sind mittendrin oder werden zu Voyeur*innen, erleben und verpassen mitunter, was sie interessiert hätte. Die Geschichte lebt, greift um sich, nimmt Fahrt auf. Der Raum wächst: Symbole, Geruch von Tee und Schweiß und Räucherstäbchen, Musik, Figuren die sich selber überholen. Die Tour de Force beginnt.

 

 

PRESSESTIMMEN


Ach, so schön ist das alte Pathos an diesem Abend. Als habe der Raum schon alle Abgründe der Welt erlebt. [...] Singen können beide, Gitarre spielen auch, aber Ditty kann auch noch elektronisch zaubern, Songs bauen und ein atmosphärisches Hörbild der Stadt schaffen, das einen in sich hineinsaugt, man wollte für Stunden, aber so lange dauert es nicht. Schuld ist Jörg Witte. Der lernte vor zwei Jahren den Autor, Musiker, Künstler Thayil auf einer Lesereise kennen und überredete ihn, gemeinsam mit ein paar Gleichgesinnten dessen hochgelobten und tatsächlich verführerischen Roman "Narcopolis" auf die Bühne zu bringen. Die Umsetzung des Vorhabens dauerte dann ein wenig, aber das Kulturreferat gab Geld und Jeet Thayil kam. Nun taucht er ein in die von den fünf Schauspielern erschaffene Welt, in der auch Privates aus deren Leben auftaucht, Biografien verschlingen sich zu einem Weltknäuel. Alle rezitieren aus dem Roman, die beiden Gäste aus Indien auf Englisch, der Sprache, in der Thayil schreibt, und schon versteht man, wie das Buch wirkt, ein rhythmisierter Flow, kaum endend, Krasses, Drangsal, Not und viel Poesie umspülend - so geht Performance [...]

Süddeutsche Zeitung, 2. Dezember 2016, Egbert Tholl

 

BETEILGTE
Von und mit: Ditty, Sophie Engert, Jonathan Fink, Tanya Häringer, Christian Hermentin, Marie Jaksch, Peter Lutz, Lea Ralfs, Markus Rettinger, Anna-Maija Terävä, Jeet Thayil, Jörg Witte

 

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

 

 

TICKETS
17€ / erm. 10€
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VORSTELLUNGEN
Mi. 30.11.2016, 20:30 Uhr
Do. 01.12.2016, 20:30 Uhr
Fr. 02.12.2016, 20:30 Uhr
Sa. 03.12.2016, 20:30 Uhr
So. 04.12.2016, 20:30 Uhr

AUFFÜHRUNGSRECHTE
beim S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main
 

FOTOS
© Gunter Bieringer