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DAS KOMMENDE VERSCHWINDEN
Ein Projekt von Sebastian Blasius

Ausgangspunkt ist eine Dystopie im Jahr 2045: Linke Positionen konnten den Aufwind des Rechtspopulismus nicht aufhalten, die Auffanglager außerhalb Europas Außengrenzen sind ins Uferlose gewachsen, der Terrorismus in Europa hat zugenommen, die Digitalisierung hat über die Hälfte der heutigen Arbeitsplätze ersetzt; kurzum: es gibt die wirtschaftlich Privilegierten, die sich in Gated Communities zurückgezogen haben, und die Unnützen, deren Fähigkeiten nicht mehr profitabel sind und die im Grunde überflüssig wurden, deren Leben volkswirtschaftlich wertlos ist, die hochgradig prekär, nomadisch und oftmals wohnungslos leben. Vor diesem Hintergrund veranstaltet eine Gruppe der „Privilegierten“ eine Konferenz, in der retrospektiv über ausgebliebene Chancen, gegenwärtige Probleme, künftige Lösungsansätze, Formen der Erinnerung an die Opfer der Globalisierung im Spannungsfeld von Philosophie, Soziologie, Kunst, Kultur und Ökonomie diskutiert wird.

 

Das Projekt ist ein Pre-enactment dieser fiktiven Konferenz im Jahr 2045, in welcher unter anderem retrospektiv auf unsere heutige Gegenwart geschaut wird. Das Projekt verläuft an der Grenze von Theateraufführung und quasi-wissenschaftlicher Veranstaltung, die gleichermaßen mit Ebenen des Dokumentarischen, der Illusion und der Vorstellungskraft des Möglichen spielt.

BETEILIGTE

Konzept & Regie: Sebastian Blasius
Dramaturgie: Daniel Franz
Co-Autorin Beiträge: Saskia Hennig von Lange
Raum: Frank Campoi
Produktionsassistenz: Arne Schirmel
Pressearbeit: Kathrin Schäfer Kultur PR

 

Mit Beiträgen von (Stand 06/2017): Klaus Mainzer (Experte für Big Data und Künstliche Intelligenz, München), Asiem El Difraoui (Terrorismusexperte, Paris), Georg Dickmann (Experte für Science Fiction und Posthumanismus, Berlin), Knut Ebeling (Archivforscher, Berlin), Michael Hirsch (Politischer Theoretiker, München), Ceren Türkmen (Migrationsforscherin, Gießen), Saskia Hebert (Stadtforscherin/Architektin, Braunschweig/Berlin)

 

Performerinnen: Anne Tismer, Mélanie Fouché u.a.

 

Bildende Künstler der Memorialentwürfe im PATHOS Atelier:
Christoph Korn, Manaf Halbouni (bekannt durch die aufgerichteten Busse vor der Dresdner Frauenkirche), ongoing project, Artúr van Balen, Frank Campoi, Elisabeth Maier/Ralph Drechsel

 

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

 

Dank an PATHOS München, schwere reiter, HochX und Dr. Lars Krautschick.

 


SEBASTIAN BLASIUS ist Regisseur, Choreograph und Theaterwissenschaftler. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und realisiert seit 2009 Projekte an der Schnittstelle von Schauspiel, Tanz, bildender und akustischer Kunst, die bundesweit und international Aufmerksamkeit erfahren. Leitmotivisch befasst er sich Themen wie Identität, kulturellem Erbe, dem Verhältnis zwischen Zuschauern und Ausführenden und dem Handlungscharakter von Kunst. Seine Arbeit begreift er beständig als Forschung, in der verschiedene künstlerische, theoretische und politische Strategien in einen Dialog miteinander gebracht werden.
In einer Reihe von Inszenierungen an der Grenze von Tanz und Schauspiel griff Sebastian Blasius auf frühere ikonographische Aufführungen zurück, um diese zunächst zu rekonstruieren und dann mit eigenen Fragestellungen zu überschreiben. Seit 2014 arbeitet er verstärkt an installativen Performances, darunter auch im Galerie- und Museumskontext. Er unterrichtet an künstlerischen Hochschulen im Bereich Schauspiel und Tanz. Das Fachmagazin ‚Theater der Zeit‘ nannte Sebastian Blasius „eine wichtige Stimme in der aktuellen Theaterlandschaft“.

 

In München waren bislang folgende Produktionen von Sebastian Blasius zu sehen: »Present Continous Past(s)« (2011 im i-camp), »Appropriation. Parasiten. Krapp’s Last Tape« (2009-10 im i-camp), »Woyzeck überschreiben« (2012 im i-Camp), »Erasing Café M« (2013 im i-camp), »Verhaltet euch ruhig« (2014 im Rahmen von RODEO im Studio der Muffathalle), »Mobile« (September 2015 im i-camp) und »Chimaira« (2016 im Muffatwerk München).

Uraufführung: Fr., 6. und Sa., 7. Oktober 2017 ab 16-22 Uhr, Einlass ab 15 Uhr im Pathos

 

Eintritt: 17,00 € / ermäßigt 8,00 €
VVK/Reservierung:
Ticket-Telefon: 0152 / 054 35 609
Online-Reservierung: www.pathosmuenchen.de/tickets/

VORSTELLUNGEN
Fr. 06.10.2017, 15:00 Uhr
Sa. 07.10.2017, 15:00 Uhr

Foto: © Jana Mila Lippitz